
Botox® – Historie und Anwendung
Vom Gift zur Arznei
Botox® alias Botulinumtoxin war nicht immer ein Segen – in der entsprechenden Dosierung ist es ein biologisches Gift. Historisch wurde das Toxin zunächst mit Lebensmittelvergiftungen in Verbindung gebracht. Der Begriff „Botulismus“ leitet sich vom lateinischen Wort botulus für „Wurst“ ab, da verdorbene Wurstwaren häufig Ursache entsprechender Vergiftungen waren.
Die Wende kam mit dem deutschen Arzt Justinius Kerner, welcher erstmals vermutete, dass Botox auch therapeutisch eingesetzt werden könne. Diese Überlegung erwies sich Jahrzehnte später als visionär.
In den 1970er-Jahren begann die medizinische Erforschung von Botulinumtoxin zur Behandlung neurologischer Bewegungsstörungen. Zunächst wurde es bei Schielen (Strabismus) eingesetzt. Kurz darauf folgten Anwendungen bei Lidkrampf (Blepharospasmus), spastischen Erkrankungen und Muskelüberaktivität.
Die ästhetische Wirkung wurde eher zufällig entdeckt: Patienten berichteten nach therapeutischen Injektionen über eine sichtbare Glättung ihrer Stirnfalten. In den 1990er-Jahren etablierte sich Botulinumtoxin schließlich weltweit als minimalinvasive Methode zur Behandlung mimischer Falten.
Heute ist Botulinumtoxin eines der am häufigsten verwendeten Präparate der ästhetischen Medizin.
Indikationen – medizinisch und in der Ästhetischen Medizin
Botulinumtoxin wirkt durch Hemmung der Acetylcholinfreisetzung an der motorischen Endplatte. Dadurch wird die Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel reduziert, sodass der behandelte Muskel vorübergehend erschlafft.
Medizinische Indikationen
Medizinisch wird Botulinumtoxin unter anderem eingesetzt bei:
- Blepharospasmus
- Spastiken nach Schlaganfall
- Zervikale Dystonie
- Migräne
- Bruxismus
- Hyperhidrose (starkes Schwitzen)
- Überaktiver Blase
- Muskelspasmen
- Strabismus
Die Wirkung hält meist drei bis sechs Monate an.
Ästhetische Indikationen
In der ästhetischen Medizin dient Botulinumtoxin vor allem der Behandlung mimischer Falten. Dazu gehören insbesondere:
- Zornesfalte (Glabella)
- Stirnfalten
- Krähenfüße
- Bunny Lines an der Nase
- Marionettenlinien
- Pflastersteinkinn
- Halsplatysma
- Lip Flip
- Brauenlifting
Wir verfolgen dabei das Ziel einer natürlichen Mimik. Überdosierungen mit maskenhaftem Ausdruck sind unerwünscht.
